Haarausfall bei Männern stoppen

Krankheiten

Zusammenfassung: Der Wunsch nach vollem Haar und die Angst vor einer Glatze lässt viele Männer zu fraglichen Mitteln greifen. Die Regale in den Drogerien stehen voll mit großspurigen Versprechungen und schnellen Hilfen gegen Haarausfall. Doch nur wer die Ursachen kennt, kann den Haarverlust gezielt angehen. Und auch die Natur-Apotheke hält einiges bereit, um Haarverlust und einer gestressten Kopfhaut die Stirn zu bieten!

Inhaltsverzeichnis

Infos in Kürze

  • Es gibt eine Reihe von zweifelhaften Mitteln gegen die immer höher werdende Stirn. Helfen tun aber längst nicht alle.
  • Haarverlust kann auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z. B. Beta-Blocker oder Iboprofen) auftreten. Auch sulfathaltige Shampoos können die Kopfhaut reizen.
  • Bei erblich bedingtem Haarausfall gibt es nachweislich wirksame Behandlungs-Möglichkeiten.

Stehen Sie morgens vor dem Spiegel und zählen die Haare? Mehr als die Hälfte aller Männer bleibt nicht von Haarausfall verschont und ab einem Alter von 70 Jahren sind es nur noch 20 Prozent aller Männer, die keine Anzeichen von Haarverlust zeigen. Viele Männer sind auf der Suche nach einem guten Mittel gegen Haarausfall.

Ursachen: Haarausfall liegt nicht immer in den Genen

Man muss zuallererst zwischen dem natürlichen Haarverlust und dem problematischen Haarausfall unterscheiden. Denn jeder Mensch verliert von Natur aus täglich 80 bis 130 Haare! Alles darüber hinaus kann für den Betroffenen unangenehme kosmetische Folgen haben. Diese Art von Haarausfall hat ganz verschiedene Ursachen: Häufig, aber nicht immer, ist erblich bedingter Haarausfall die Ursache für schütteres Haar. Meist hatten schon Vater und Großvater mit demselben Problem zu kämpfen. Andere Gründe, die den Haarverlust fördern können, sind z.B. Krankheit, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, Stress oder eine ungesunde Ernährung.

Lösungen für häufige Ursachen von Haarausfall

1. Medikamente, die unsere Haarwurzeln schonen

Bestimmte Medikamente können die Wurzeln unserer Haare, die Haarfollikel, schädigen. Mittel gegen Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen – so genannte Beta-Blocker – können zum Absterben dieser Haarwurzeln führen. Und sogar Ibuprofen kann in seltenen Fällen unser Haarwachstum angreifen. Nach der Einnahme des Schmerzmittels klagen etwa ein bis drei Prozent aller Schmerzgeplagten über diese Nebenwirkung. Das Gute: Nach Umstellung auf ein „verträglicheres“ Schmerzmittel erholen sich die Haare wieder. Auch für andere Medikamente finden sich oft haarschonende Alternativen. Sprechen Sie Ihren Arzt am besten darauf an. Auch Anti-Depressiva, Blutverdünner oder Mittel gegen Schuppenflechte oder Epilepsie beeinflussen in manchen Fällen das Haarwachstum.

2. Eine gesunde Ernährung

Unser Haarwachstum wird von einer Reihe von Nährstoffen beeinflusst. Zu wenig Zink kann z. B. zu Schäden der Haarstruktur führen, zum vorzeitigen Ergrauen oder zu großflächigem Haarausfall. Kreisrunder Haarausfall steht dagegen eher im Zusammenhang mit einem Mangel an Selen. Vor allem wer wenig tierische Lebensmittel isst oder sich vegan ernährt, sollte laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf achten, vermehrt pflanzliche Quellen für Selen und Zink auf den Speiseplan zu setzen. Bei Selen kann das ganz einfach sein: 4-6 Paranüsse am Tag decken den Selen-Bedarf eines Erwachsenen.

3. Shampoo ohne Sulfate

Shampoos, die Sulfate als Schaumbildner enthalten, sind heute die Regel. Die aus Schwefelsäure gewonnen Salze sorgen dafür, dass es beim Haarewaschen so richtig schön schäumt und dadurch besser reinigt. Doch Sulfate trocknen die Haut aus und sie können zu Irritationen führen, was das natürliche Gleichgewicht der Haut durcheinanderbringen kann. Dass eine gestresste und gereizte Kopfhaut mehr Haare abwirft, ist zwar wissenschaftlich noch nicht belegt, aber immer mehr Betroffene beobachten einen Zusammenhang.

4. Gezielte Therapie bei erblich bedingtem Haarausfall

Ob männlicher Haarausfall genetisch bedingt ist, können Sie leicht selbst überprüfen: Schauen Sie sich einfach den Kopf Ihres Vaters und Großvaters an. Haben beide Geheimratsecken oder eine Glatze, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch Sie betroffen sein könnten.

Ein Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron lässt die Haarfollikel verkümmern. Kahle Stellen und Geheimratsecken sind die Folge. Doch es gibt auch bei erblich bedingtem Haarausfall eine Behandlung, um das Haarwachstum wieder zu fördern. Die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil packen das Problem an der Wurzel an. Finasterid (rezeptpflichtig oder per Online Rezept) bremst die Bildung der Testosteron-Abbauprodukte. Der Wirkstoff Minoxidil ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Als Schaum oder Tinktur auf die Kopfhaut aufgetragen, verbessert es die Durchblutung der Haarwurzeln und regt dadurch den Haarwuchs an.

Bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) zeigen allerdings weder Minoxidil noch Finasterid Wirkung. Dabei entstehen münzgroße Lücken auf der Kopfhaut. Die gute Nachricht: Die Haarfollikel sterben bei kreisrundem Haarausfall nicht ab, das Haarwachstum ruht nur. Wahrscheinlich spielt hierbei eine Fehlsteuerung unseres Immunsystems und auch eine erbliche Komponente eine Rolle. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich, kann in Schüben verlaufen und teilweise auch spontan heilen. Der medizinische Therapieansatz liegt hier eher in einer Immuntherapie.

Bei allen Möglichkeiten den Haarausfall zu stoppen, sollten Sie nicht vergessen: Nicht immer müssen ein kahler Kopf und dünnes Haar ein optischer Nachteil sein!

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